Vorläufiges GKV-Finanzergebnis 2025: Plus von 3,5 Mrd. €

Vorläufiges GKV-Finanzergebnis 2025: Plus von 3,5 Mrd. €

Die gesetzliche Krankenversicherung hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,503 Mrd. € abgeschlossen. Dies geht aus dem jüngst vom Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichten vorläufigen Finanzergebnis hervor. Den Einnahmen in Höhe von 355,934 Mrd. € standen Gesamtausgaben von 352,432 Mrd. € gegenüber. Bei konstanter Versichertenzahl gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Gesamtausgaben der Kassen um 7,8 %.

Ergebnis des Gesundheitsfonds

Der Gesundheitsfonds verzeichnete ein Einnahmeplus von 5,3 %, das vor allem auf den deutlichen Anstieg der beitragspflichtigen Löhne und Gehälter zurückzuführen ist. Dennoch schloss er das Jahr 2025 mit einem Defizit von 0,6 Mrd. € ab. Die Liquiditätsreserve lag zum Stichtag 15.1.2026 bei 7,1 Mrd. €.

Kassen nutzen Überschüsse zum Auffüllen der Mindestreserve

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag lag Ende 2025 bei 2,94 % und damit um 0,44 Prozentpunkte über dem im Oktober 2024 für das Jahr 2025 festgelegten durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,5 %. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf den unerwartet starken Ausgabenanstieg im Jahr 2024 zurückzuführen, infolgedessen zahlreiche Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge anheben mussten, um die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserven wieder aufzubauen.

Trotz dieser Maßnahmen wurde die gesetzliche Mindestreserve in Höhe von 0,2 Monatsausgaben auch Ende 2025 noch nicht vollständig erreicht. Tatsächlich belief sich die Reserve zu diesem Zeitpunkt auf 0,18 Monatsausgaben (5,1 Mrd. €). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die von den Krankenkassen erzielten Überschüsse weiterhin prioritär zum Aufbau der Mindestreserve eingesetzt werden.

 

Kommentar:

Der ausgewiesene Überschuss vermittelt ein besseres Bild der finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenversicherung, als es der tatsächlichen Situation entspricht. Dies liegt nicht nur daran, dass die Mittel weiterhin dringend zum Auffüllen der gesetzlichen Mindestreserve benötigt werden, sondern auch daran, dass das Ergebnis nur durch politische Stützungsmaßnahmen zustande gekommen ist. Hierzu zählen insbesondere zusätzliche Bundesdarlehen sowie das kurzfristig verabschiedete GKV-Sparpaket (vgl. News vom 28.10.2025).

Krankenhäuser und Arzneimittel als größte Kostentreiber

Als problematisch gestalten sich insbesondere die stark steigenden Ausgaben: Allein im Jahr 2025 nahmen die Leistungsausgaben um rund 7,9 % zu, während die Verwaltungskosten um 4,7 % stiegen. In absoluten Zahlen bedeutet dies Mehrausgaben von rund 24,6 Mrd. € für Leistungen und weitere 602 Mio. € für die Verwaltung.​ Treiber sind vor allem Krankenhausbehandlungen, die ein Drittel der GKV-Gesamtausgaben ausmachen. Sie nahmen zuletzt um etwa 9,6 % (9,7 Mrd. €) zu und haben damit deutlich stärker als im langjährigen Durchschnitt zugelegt. Hinzu kommen steigende Ausgaben für Arzneimittel, die sich um rund 5,9 % beziehungsweise 3,2 Mrd. € erhöht haben.

Abb. Entwicklung Gesamtausgaben in der GKV

Entwicklung Gesamtausgaben in der GKV

* vorläufiges Finanzergebnis
Quelle: BMG Finanzergebnisse GKV; Darstellung Rebmann Research

Ambulant-ärztliche Ausgaben wachsen ebenfalls dynamisch

Die Ausgaben für ambulant-ärztliche Leistungen machen rund 16 % der Leistungsausgaben aus. Sie stiegen 2025 ebenfalls um 7,6 % (3,8 Mrd. €) und damit stärker als im langjährigen Mittel. Maßgeblich für diese Entwicklung sind neben der Orientierungswertvereinbarung überdurchschnittlich steigende Ausgaben in einzelnen Bereichen wie dem ambulanten Operieren – insbesondere für die neuen Hybrid-DRGs –, der ambulanten spezialfachärztlichen Behandlung, Behandlungen in Hochschulambulanzen sowie der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

Konkrete Sparmaßnahmen in Vorbereitung

Für 2026 wird insgesamt ein weiterer kräftiger Ausgabenanstieg erwartet, sodass sich ohne zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter zu öffnen droht. Dies gilt umso mehr, als Unterstützungsleistungen des Bundes und temporäre Sparpakete auslaufen und zugleich neue, ausgabentreibende Reformen geplant sind. Inzwischen liegt der Bundesregierung das Gutachten der von Gesundheitsministerin Warken eingesetzten Kommission zur Sanierung der GKV-Finanzen vor. Die offizielle Vorstellung ist für den 30. März geplant. Presseberichten zufolge sollen die Sparvorschläge ein Volumen von 25 bis 30 Mrd. € umfassen; allein für 2026 sind Einsparungen in der GKV in Höhe von etwa 12 bis 15 Mrd. € vorgesehen.

Quellen:

Dr. Elisabeth Leonhard
Autor Dr. Elisabeth Leonhard
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