Die fortschreitende Digitalisierung in Arztpraxen stellt hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der IT-Infrastruktur. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das Praxisverwaltungssystem (PVS) als digitaler Knotenpunkt für administrative und medizinische Prozesse ein.
Vor diesem Hintergrund hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in einer bundesweiten Befragung die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit von 32 Systemen mit einem Marktanteil von 77,4 % untersucht. Dazu wurden im vergangenen Jahr mehr als 3.100 Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber aus Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) befragt. Die aktuellen Ergebnisse wurden mit den Daten aus dem ersten PVS-Monitoring aus dem Jahr 2024 verglichen.
Zentrale Ergebnisse
Insgesamt ist die Benutzerfreundlichkeit über alle Praxisverwaltungssysteme hinweg um 3,4 Punkte auf 63,1 Punkte gestiegen, wobei eine Skala von 0 bis 100 Punkten als Referenz diente. Dennoch blieb die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate im Vergleich mit 2024 nahezu unverändert. Zudem zeigte sich die Hälfte der Responder unzufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei je nach Anbieter signifikante Unterschiede dokumentiert wurden. Die Zufriedenheit mit dem Kundensupport fiel ebenfalls differenziert aus. Im Durchschnitt äußerte sich jedoch rund ein Drittel der Befragten negativ zu diesem Aspekt.
Kommentar:
Ein Wechsel zu einem anderen PVS-Anbieter kann sich grundsätzlich lohnen, setzt jedoch eine praxisindividuelle Analyse voraus. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Wechselbereitschaft in der Ärzteschaft im Jahr 2025 trotz bestehender Unzufriedenheit rückläufig ist. Als Gründe werden insbesondere Bedenken hinsichtlich der Datenmigration, hohe Wechselkosten sowie ein erhöhter organisatorischer und administrativer Mehraufwand genannt. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Gruppe der Ärztinnen und Ärzte, die bereits auf ein neues System umgestiegen ist, mehrheitlich keine Probleme bei der Datenmigration hatte und den damit verbundenen Aufwand als angemessen bewertete.
Quellen: