Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt

Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt

Die Pflegeausbildung in Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr einen positiven Trend. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wurden 59.500 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann abgeschlossen. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2024 beendeten rund 37.400 Personen erfolgreich ihre Ausbildung. Davon entschieden sich 99 % für den generalistischen Abschluss. Damit entschied sich nur noch eine Minderheit für eine Spezialisierung wie die Kinderkrankenpflege (rund 280 Absolventen) oder die Altenpflege (rund 80 Absolventen). Insgesamt befanden sich im aktuellen Berichtsjahr 146.700 Personen in einer Pflegeausbildung, verteilt auf alle Ausbildungsjahre.

Demografische Vielfalt nimmt zu

Die Daten zeigen eine zunehmende Diversifikation hinsichtlich des Alters der Auszubildenden. Während die Hälfte der neuen Auszubildenden 21 Jahre oder jünger ist, entfällt rund ein Fünftel (19 %) auf die Altersgruppe über 30 Jahre. Über alle Jahrgänge hinweg liegt der Anteil der über 30-Jährigen bei 21 %. Der Frauenanteil unter den Pflegeauszubildenden liegt mit 74 % deutlich über dem der Männer (26 %).

Mehrheit startet im Krankenhaus

Die praktische Ausbildung findet mehrheitlich in Krankenhäusern statt: 51 % der neuen Auszubildenden (30.300 Personen) begannen ihre praktische Ausbildung dort. Stationäre Pflegeeinrichtungen stellten 35 % der Ausbildungsplätze (21.000 Personen), ambulante Pflegeeinrichtungen 11 % (6.700 Personen). Bezogen auf die Trägerschaft der Ausbildungseinrichtungen entfielen 44 % der Ausbildungsplätze auf freigemeinnützige Träger, 29 % auf private und 25 % auf öffentliche Einrichtungen.

Pflegestudium gewinnt an Relevanz

Erstmals liegen auch verlässliche Daten zum hochschulischen Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz vor. Ende 2024 befanden sich etwa 1.200 Studenten in einem solchen Studiengang, davon 740 Studienanfänger. Rund 140 Studenten schlossen ihr Studium erfolgreich mit dem Bachelorabschluss und einer Berufszulassung zur Pflegefachkraft ab.

 

Kommentar:

Die steigenden Ausbildungszahlen in der Pflege sind ein ermutigendes Signal. Die bundesweit eingeführte generalistische Pflegeausbildung scheint sich zunehmend zu etablieren. Insbesondere die Vergütung und die vereinheitlichte Struktur der Ausbildung tragen dazu bei, den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen. Die durchschnittliche Höhe der Ausbildungsvergütung liegt aktuell zwischen 1.200 € und 1.400 € – je nach Träger sowie Ausbildungsjahr kann sich diese unterscheiden.

Wer sich heute für eine Pflegeausbildung entscheidet, hat nicht nur sehr gute Berufsaussichten, sondern findet auch Sinn in seiner Arbeit – durch den direkten Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität von kranken und älteren Menschen. Diese Kombination aus Arbeitsplatzsicherheit und gesellschaftlicher Relevanz macht die Pflege zu einem attraktiven Berufsfeld.

Doch trotz der positiven Dynamik bleibt der strukturelle Fachkräftemangel bestehen. Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahren zu einem deutlich höheren Bedarf an pflegerischen Leistungen führen – sowohl im Krankenhaus als auch in der Langzeitpflege. Gleichzeitig scheiden viele erfahrene Pflegekräfte altersbedingt aus dem Beruf aus.

Die Ausbildungsoffensive muss daher verstärkt und durch bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal in den Einrichtungen sowie Karriere- und Entwicklungsperspektiven ergänzt werden. So kann es gelingen, die pflegerische Versorgung in Deutschland langfristig zu sichern und den Pflegeberuf dauerhaft attraktiv für junge Erwachsene zu gestalten.

Quelle: Destatis – 37 400 erfolgreich ausgebildete Pflegefachfrauen und -männer im Jahr 2024

Autor Moritz Thiel
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