Die Pflegeausbildung in Deutschland setzt ihren positiven Trend fort. Rund 63.900 Auszubildende haben im Jahr 2025 einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann abgeschlossen. Damit haben im dritten Jahr in Folge mehr Personen eine Pflegeausbildung begonnen als im Vorjahr.
- 2024: 59.400 Auszubildende mit Neuvertrag
- 2023: 54.400 Auszubildende mit Neuvertrag
- 2022: 52.100 Auszubildende mit Neuvertrag
Der Zuwachs von 2024 auf 2025 entspricht damit rund 8 %. Die Zahl der Auszubildenden insgesamt lag zum 31.12.2025 bei knapp 157.200.
Im Jahr 2025 haben rund 35.300 Personen ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann erfolgreich abgeschlossen. Weiterhin entschied sich nur eine kleine Minderheit für eine Spezialisierung: Knapp 1,2 % der Absolvierenden der generalisierten Pflegeausbildung in Deutschland erwarben einen Abschluss mit Schwerpunkt Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege.
Männeranteil wächst weiter
Frauen stellen mit 71 % (45.500) weiterhin den Großteil der Auszubildenden mit Neuvertrag in der Pflegeausbildung im Jahr 2025, während 29 % (18.500) Männer sind. Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020 ist der Männeranteil jedoch kontinuierlich von 24 % auf 29 % im Jahr 2025 gestiegen.
Auch die Altersstruktur der Auszubildenden hat sich leicht verändert. Zwar beginnen nach wie vor überwiegend junge Menschen im Alter von 21 Jahren oder jünger eine Pflegeausbildung: Sie machten 2025 mit 51 % (32.700) mehr als die Hälfte aller Neuverträge aus. Ihr Anteil ist jedoch gegenüber 2020 (59 %) etwas zurückgegangen. Gleichzeitig gewinnt die Altersgruppe der 22- bis 29-Jährigen an Bedeutung. Ihr Anteil stieg von 24 % (12.900) im Jahr 2020 auf 31 % (19.700) im Jahr 2025. Der Anteil der Auszubildenden ab 30 Jahren blieb mit rund 18 % nahezu konstant (2020: 17 %). Das Durchschnittsalter der Pflegeauszubildenden mit Neuvertrag lag 2025 bei 24 Jahren.
Mehrheit startet im Krankenhaus
Der praktische Teil der Ausbildung findet in Kooperation mit einem Träger der praktischen Ausbildung statt. Rund die Hälfte der Pflegeauszubildenden mit Neuvertrag absolvierte 2025 den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Krankenhaus, während sich die übrigen Auszubildenden mit Neuvertrag auf stationäre (36 %) und ambulante (12 %) Pflegeeinrichtungen verteilten.
Kommentar:
Die steigenden Ausbildungszahlen sind ein positives Signal für die Pflegebranche. Gleiches gilt für die rückläufige Vakanzzeit. Laut der aktuellen Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit lag die mittlere Vakanzzeit für Pflegekräfte im Jahr 2025 bei 85 Tagen, nach 142 Tagen im Vorjahr. Offene Stellen in der Pflege werden damit schneller besetzt als in den Jahren 2020 bis 2024. Dennoch bleibt der Bereich mit 2,7 von 3,0 möglichen Punkten in der Gesamtbewertung weiterhin als Engpassberuf eingestuft.
Die steigenden Ausbildungszahlen dürften zu dieser rückläufigen Entwicklung bei den Vakanzzeiten beitragen, auch wenn sich ein direkter ursächlicher Zusammenhang aus den Daten allein nicht ableiten lässt. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt von mehreren Faktoren ab, z. B. davon, wie viele der aktuellen Auszubildenden dem Beruf langfristig treu bleiben. Die reine Zahl der Ausbildungsanfänger sagt darüber noch nichts aus.
Quellen: