ZFA-Ausbildung unter den Top 3 – deutlicher Zuwachs trotz rückläufiger Gesamtzahlen

ZFA-Ausbildung unter den Top 3 – deutlicher Zuwachs trotz rückläufiger Gesamtzahlen

Medizinische Fachberufe behaupten ihre Spitzenposition unter den beliebtesten Ausbildungswegen in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt am 23.4.2026 mitteilte, belegte 2024 die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit 9,4 % den ersten Platz unter den weiblichen Ausbildungsanfängern. Die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) folgte mit 7,5 % nach der Kauffrau für Büromanagement (8,8 %) auf Rang drei.

Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung im zahnmedizinischen Bereich gegen den allgemeinen Trend: Während die Gesamtzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge 2024 rückläufig war, verzeichnete die ZFA-Ausbildung einen deutlichen Zuwachs. Insgesamt wurden 16.003 Verträge abgeschlossen – ein Plus von 12,95 % gegenüber dem Vorjahr (Stichtag: 30.9.2024). Damit zählt die ZFA zu den Ausbildungsberufen mit den stärksten Wachstumsraten.

ZFA-Ausbildung liegt auch 2025 weiter im Trend

Nach Jahren weitgehender Stagnation zwischen 2018 und 2022 – mit einem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 – setzt sich dieser Aufwärtstrend auch 2025 fort. Zwischen dem 1. Oktober 2024 bis Ende September 2025 wurden insgesamt 17.396 neue Ausbildungsverträge registriert.

 

Kommentar:

Ungeachtet der positiven Entwicklung bleibt der Fachkräftemangel in Zahnarztpraxen ein drängendes Thema. Zahnmedizinische Fachangestellte gelten als Schlüsselkräfte der ambulanten Versorgung und führen laut Bundesagentur für Arbeit weiterhin die Liste der Engpassberufe an (Stand 2024). Vor diesem Hintergrund wurde 2024 eine bundesweite Ausbildungskampagne ins Leben gerufen, getragen von allen Zahnärztekammern, um gezielt neue Nachwuchskräfte zu gewinnen. Im Zentrum der Initiative stehen soziale Medien und digitale Plattformen. Mit Unterstützung von Influencern richtet sich die Kampagne nicht nur an Jugendliche im Ausbildungsalter, sondern bewusst auch an deren Eltern. Neben sachlichen Informationsformaten und Aufklärungsvideos vermitteln Einblicke in den Berufsalltag ein realistisches Bild – ergänzt durch niedrigschwellige, kreative Formate wie Challenges und humorvolle Kurzclips. Aufgrund der positiven Resonanz wird diese Kampagne auch im Jahr 2026 fortgesetzt.

Geschlechterdisparitäten haben Bestand

Gleichzeitig bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen: Geschlechtsspezifische Disparitäten sind weiterhin deutlich sichtbar. Zwar steigt die Zahl männlicher Auszubildender insgesamt, medizinische Fachberufe spielen für sie jedoch nach wie vor eine untergeordnete Rolle. In der ZFA-Ausbildung spiegelt sich dies in einem weiterhin sehr niedrigen Männeranteil wider – nur etwa jeder zehnte Auszubildende ist männlich.

Quellen:

Autor Antonia Leonhard
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