China: Genmanipulation an Embryonen erstmals vollendet

China: Genmanipulation an Embryonen erstmals vollendet

In China sind nach Berichten der Nachrichtenagentur AP die ersten beiden genomeditierten Babys zur Welt gekommen. Eine weitere Frau soll im frühen Stadium schwanger sein. Mithilfe eines speziellen Werkzeuges zur Bearbeitung von Genomen gelang es, die Erbanlage auszuschalten, durch die HI-Viren Menschen infizieren können. Das sogenannte CCR5-Gen – ein Rezeptor, der auf der Oberfläche von Immunzellen vorkommt – spielt jedoch auch eine Rolle bei der Aktivierung des Immunsystems. Experten vertreten die Auffassung, dass die gewonnene Resistenz gegen eine HI-Virus-Infektion mit diesem Risiko kaum zu rechtfertigen sei, zumal heute Millionen von HIV-positiven Menschen auf der ganzen Welt aufgrund guter Behandlungsmöglichkeiten ein nahezu normales Leben führen. Ferner bleibt das Risiko einer HIV-Übertragung auf ein Baby minimal, solange das HI-Virus im Blut nicht nachweisbar ist.

Der Behandlung ging die Akquirierung kinderloser Paare aufgrund einer HIV-Infizierung des Mannes voraus. Initiiert wurde das Projekt durch den Wissenschaftler He Jiankui von der South University of Science and Technology of China in Shenzhen. Bislang gibt es keine wissenschaftliche Veröffentlichung. Im chinesischen Register für klinische Studien und in einem Aufklärungsbogen für Teilnehmer der Studie finden sich jedoch erste Informationen.

Die South University of Science and Technology of China hat sich von den Vorfällen umgehend distanziert. Die beteiligten Wissenschaftler an der Universität dürfen ihre Arbeit bis auf weiteres nicht fortsetzen.

Quelle: AP News – Genmanipulation an Embryonen

 

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