Kinder leiden besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie

Kinder leiden besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie

Bei Kindern und Jugendlichen ließ sich im ersten Halbjahr 2021 eine deutlich gestiegene Nachfrage nach psychotherapeutischen und psychiatrischen Leistungen verzeichnen. Dies geht aus dem aktuellen Trendreport des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) hervor, der das Leistungsgeschehen in den Praxen seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie bis Ende Juni 2021 untersuchte.

Wie wirkt sich die Pandemie auf die Fallzahlen 2021 im ambulanten Bereich aus?
Die Praxen der Vertragsärzte und -psychotherapeuten waren im Verlauf der Pandemie mehrfach starken Fallzahlschwankungen ausgesetzt. Während der Lockdownphasen blieben die Wartezimmer vieler Praxen leer. Im Anschluss zeigten sich je nach Fachrichtung mehr oder weniger starke Nachholeffekte. Dies gilt auch für das erste Halbjahr 2021. Im Zuge der Pandemiewelle im Januar und Februar 2021 ergab sich in der fachgruppenübergreifenden Gesamtbetrachtung ein Fallzahlrückgang gegenüber dem Vergleichsmonat 2019 um 14,9 bzw. 12%. Nach einem vorübergehenden Anstieg im März (Abflachen der Pandemiewelle) nahmen die Gesamtfallzahlen im April und Mai 2021 wieder ab. Mit Ende der dritten Pandemiewelle war im Juni ein starker Fallzahlanstieg zu verzeichnen. Dabei lagen die Fallzahlen mit -1,96% immer noch leicht unter jenen des Vergleichsmonats 2019 vor Pandemieausbruch.

Bei den Kindern und Jugendlichen lassen sich besonders starke Nachholeffekte beobachten
Auffälligkeiten bei der Nachfrage ergeben sich laut ZI-Trendreport bei den Kinder- und Jugendärzten sowie bei den Psychotherapeuten – und hier insbesondere bei den Leistungen für Kinder und Jugendliche. Im Monatsvergleich Juni 2019 und 2021 zeigten sich Fallzahlzuwächse von 37% bei den Kinder‐ und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie von 27,7% bei den Kinder‐ und Jugendlichenpsychiatern. Noch stärker wuchs die Nachfrage bei den Kinder- und Jugendärzten, die ein Plus von 39,6% verbuchten. In der Halbjahresbetrachtung lagen jedoch die Fallzahlen der Kinder- und Jugendmediziner Ende des ersten Halbjahres 2021 um 13,2% hinter jenen des Vergleichszeitraums von 2019. Anders verhielt sich die Situation im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, wo sich im vorpandemischen Vergleich ein Fallzahlzuwachs um fast 8% ergab (vgl. Tabelle). Bei den Kinder- und Jugendlichenpsychiatern ließ sich eine geringere Fallzahlsteigerung um knapp 3% beobachten.

Tabelle: Entwicklung der Fallzahlen mit persönlichem Arztpatientenkontakt 1. HJ 2019/2021

 Fallzahlen
1. Halbjahr 2019
Fallzahlen
1. Halbjahr 2021
Veränderung
Kinder- und Jugendärzte

11.748.340

10.196.929

-13,2 %

Kinder- und Jugendlichenpsychiater

582.403

597.181

2,5 %

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

455.331

491.068

7,8 %

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis Zi-Trendreport 2021

Quellen:

 

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