Preise für Medizinisches Verbrauchsmaterial weiter gestiegen

Preise für Medizinisches Verbrauchsmaterial weiter gestiegen

Pandemie- und kriegsbedingte Lieferengpässe, stark gestiegene Energie- und Frachtpreise und Inflation: Arzt- und Zahnarztpraxen sehen sich unter anderem beim Verbrauchsmaterial und medizinischem Bedarf zum Teil größeren Kostensteigerungen ausgesetzt. Dies geht aus dem aktuellen Preisindex für ärztliches Verbrauchsmaterial des internationalen (Online-)Versandhändlers für Medizinprodukte https://www.praxisdienst.de hervor. Nachdem der Indexwert bereits im 2. Quartal 2022 die Marke von 100 und damit den im 1. Quartal 2021 festgelegten Basispreis überschritten hatte, erhöhte er sich im 3. Quartal 2022 um weitere 0,78% auf 101,51 (vgl. Abb.).

Entwicklung des Preisindex für ärztliches Verbrauchsmaterial: 1. Quartal 2021 bis 3. Quartal 2022

Quelle: Praxisdienst

Preissteigerungen vor allem bei Schutzkleidung und OP-Bedarf

Der detaillierte Blick auf die acht Index-Unterkategorien gibt Aufschluss darüber, welche Produkte sich im Vergleich zum vorangegangenen Quartal besonders verteuert haben. Mit einem Plus von rund 4,45 Punkten war insbesondere Schutzkleidung betroffen, gefolgt von OP-Bedarf: Einmalinstrumente und Sets (+1,34 Punkte) sowie Produkte im Bereich Desinfektion (+1,26 Punkte). Die Preissteigerungen in den Kategorien Laborbedarf (+0,59 Punkte) und OP-Bedarf: Sonstiges und Abdeckungen (+0,56 Punkte) lagen in einem moderateren Bereich. Preissenkungen zeigten sich bei den Hygieneartikeln und Papierprodukten (-1,28 Punkte), im Bereich Infusion & Injektion (-0,42 Punkte) sowie bei den Wund- und Verbandsstoffen (-0,27 Punkte). Bei der nicht im Preisindex enthaltenen Sonderkategorie COVID-19 Antigen-Schnelltests ist ein Plus von 5,22 Punkten zu verzeichnen.

 

Kommentar:

Laut Auskunft von Christian Nieder, Leiter der Abteilung Preismanagement der Firma Praxisdienst, ist in den kommenden Wochen und Monaten mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Grund sind die zu beobachtenden teilweise enormen Diskrepanzen zwischen den aktuellen Bezugspreisen und den Marktpreisen für Kunden. Die zurzeit auf dem Markt befindlichen Produkte stammen aus Lagerbeständen, die meist noch vor der aktuellen Teuerungswelle bezogen wurden. Die aktuell hohen Einkaufspreise finden deshalb in der Kalkulation der Verkaufspreise noch keinen Niederschlag.

Siehe auch News vom 25.8.2022

Quelle: PRAXISDIENST – Preisindex Quartal 3 2022

Dr. Elisabeth Leonhard
Autor Dr. Elisabeth Leonhard
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